Naturfotograf Rico Nestmann

An den Windflüchtern 10
Dranske OT Lancken
18556


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Tragischer Unfall

Dranske. Der Naturfotograf Rico Nestmann ist tot. Wie gestern bekannt wurde, ist der 46-Jährige offenbar bei einem tragischen Unfall auf der Insel Rügen ums Leben gekommen. Die genaue Todesursache ist noch unklar. Wie die Familie mitteilte, wollte er wohl seinen Ansitz reparieren und war dann nicht nach Hause gekommen. Die Polizei fand ihn am Mittwoch in einem Waldstück bei Gingst am Fuße eines Baumes tot auf. Ob er von dem Ansitz gestürzt ist, steht noch nicht fest. Die genaue Todesursache werde noch ermittelt, teilte die Polizei gestern mit.

Bekannt wurde Nestmann insbesondere als Tier- und Naturfotograf. Rico Nestmann ist Autor mehrerer Naturbücher, er organisierte auch Kranich- und Robbentouren für Urlauber und Einheimische. Viele seiner Fotos waren preisgekrönt. Seit 1996 arbeitete der im Norden Rügens lebende Nestmann als freier Fotograf, Schriftsteller und Journalist. Themenschwerpunkte seiner Arbeiten waren Tier- und Naturaufnahmen. Nestmann war auch Mitglied in der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen.

Eng verbunden war Rico Nestmann mit der OSTSEE-ZEITUNG, insbesondere mit der Lokalredaktion Rügen. Seit Mitte der 1990er Jahre war er dort als Freier Mitarbeiter tätig. Seine Naturfotos waren bei den Lesern der OZ sehr beliebt, Nestmann hatte aber noch ein weiteres journalistisches Standbein: Er berichtete über Lokalpolitik aus dem Norden von Rügen und auch über den Lokalsport auf der Insel.

„Wir sind schockiert und traurig“, zeigte sich OZ-Chefredakteur Andreas Ebel bewegt. „Rico Nestmann war Rüganer mit Leib und Seele – und vor allem mit viel Herz. Wir werden ihn als Menschen und freien Journalisten, der seit Jahren für die OZ arbeitete, vermissen. Auch seine zauberhaften Naturaufnahmen und heimatverbundenen Berichte für die OZ auf Rügen und für den Lokalsport werden uns fehlen.“

Als die Todesnachricht gestern auf der Facebook-Seite der OSTSEE-ZEITUNG veröffentlicht wurde, war eine Welle großer Anteilnahme und der Wärme zu spüren. Viele Kommentare zeigten, welchen Bekanntheitsgrad Nestmann in der Region hatte und wie stark er als Kollege, Fachmann oder Freund geschätzt wurde.

Bestürzung herrschte auch im Demmler-Verlag in Ilmenau, in dem der Naturfotograf mehrere Bildbände veröffentlicht hatte. „Zwei Bände von ihm sind bei uns gerade im Druck“, sagte Geschäftsführer Lutz Gebhardt. „Zwei weitere Bücher waren in Vorbereitung.“ Was nun aus diesen Projekten wird, ist noch unklar. Gebhardt fehlten angesichts des Todes von Rico Nestmann die Worte. Auch der bekannte Binzer Fotograf Robert Denier zeigte sich betroffen: „Tief berührt möchte ich mein Beileid an die Familie ausdrücken.“

Bis zu seinem Tod hat Nestmann 18 Bücher veröffentlicht, die in mehreren Verlagen erschienen. Dazu kommen zahlreiche Kunstpostkarten und Kalender, zusätzlich organisierte der umtriebige Fotograf Ausstellungen, Vorträge und Le- sungen. Er verwirklichte sich journalistisch mit zahlreichen Artikeln und Beiträgen in regionalen und überregionalen Medien. Darüber hinaus wirkte Nestmann als Autor und Fotograf bei einer Vielzahl anderer Buchprojekte mit. Der Rüganer betrieb eine Naturfoto-Agentur und einen Verlag. Die Fotografie ging bei Nestmann mit dem Naturschutz Hand in Hand. Er unterstützte Organisationen wie den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und den World Wide Fund For Nature (WWF). Freunde und Kollegen verlieren mit ihm einen engagierten, professionellen und freundlichen Mitarbeiter.

Rico Nestmann hinterlässt seine Ehefrau und zwei Töchter.

 

OSTSEE-Zeitung, Freitag, 5. Februar 2016